domenica 27 agosto 2017

1. Station - Genua

Schon im letzten Jahr hatten wir den Kindern versprochen, allen voran natürlich dem Genueser Kind ilfiglio, dass wir endlich mal wieder nach Genua fahren würden. Gesagt - getan bzw. erst einmal geplant. Dass wir es geschafft hatten, ein Zimmer im selbe Hotel wie bei unserem Umzug nach Genua zu bekommen, hatte ich ja schon geschrieben. Nach einigem Hin und Her, weil wir Tertia einen Tag am Meer versprochen hatten, aber keine Unterkunft mehr am Meer für eine Nacht finden konnten, beschlossen wir, einfach noch einen Tag bzw. eben Nacht in Genua dranzuhängen.

Sonntagabend war das Auto gepackt, ilfiglio kam glücklich vom Segel-Ferienauftakt am Bodensee zurück und am Montagmorgen ging es gemütlich über die Schweiz und den Gotthardpass (am Tunnel war Stau) los.



Nachmittags gegen 16 Uhr waren wir dann in Genua und fuhren erst einmal quer durch die Stadt bzw. oben auf der Sobraelevata an der Stadt vorbei. Und schon war das Genua-Gefühl wieder da und ich wieder völlig verliebt in diese Stadt. Dann parkten wir unser Auto in einer Parkgarage und machten uns auf ins Hotel Balbi, wo wir ein praktisches 5-Betten-Zimmer mit - sehr wichtig in den nächsten Tagen - Klimaanlage hatten. Und dann ging's los: zu Fuß durch die Stadt - und die Wahnsinns-Hitze:


Tertia, das Dorf-Kind, das schon Ausflüge nach Tübingen als aufregend empfindet, war etwas erschlagen, die beiden Großen fanden es aber gleich toll und ilfiglio beschwerte sich die nächsten drei Tage durchgehend darüber, dass wir damals aus Genua weggezogen sind.


Unsere alte Straße


unsere alte Wohnung, das dritte Fenster von oben war unser Flur-Fenster


Abendspaziergang am Hafen


Kurzer aperitivo in unserer alten "Stammbar" La Lepre mitten in den Carruggi (engen Gassen der Altstadt)


Und dann ging es wie geplant zu Da Mario essen, wo ich etwas wirr durcheinander gegessen haben, nämlich erst einmal cozze (Mischmuscheln) und dann, weil ich noch Hunger hatte und wir sind ja in Genua Troffie mit Pesto ... 

Gegen 23 Uhr fallen wir alle um in unsere Betten und sind eben sehr dankbar für unsere Klimaanlage, weil es draußen immer noch 30°C hat und wir trotzdem gut und tief schlafen können. 


Am Morgen dann erfrischende 29°C um 9 Uhr ... aber egal, wir wollen weiter durch Genua laufen und Erinnerungsorte aufsuchen


Es hat sich nicht viel verändert, einige Geschäfte sind verschwunden, andere neue haben ihren Platz eingenommen, die Kneipen und Restaurants sind aber immer noch alle da und das mit der Gentrifizierung klappt auch nicht so richtig. 


Wie immer habe ich - Schisser - keine Fotos von den Strassen gemacht, wo wir quasi die einzigen Weißen waren und ich habe auch um die immer noch in den Strassen stehenden Prostituierten herumfotografiert.


Am Abend waren wir zum Grillen bei einer Freundin eingeladen, die für die sechs Stockwerke (ohne Aufzug) zu ihrer Wohnung mit diesem Blick von ihrer Dachterrasse belohnt wird: 



Am nächsten Morgen ging es dann Richtung Celle Ligure, wo wir wie versprochen an den Sandstrand gingen und Tertia schwimmen lernte :-) Fotos gibt es leider keine, weil mein Handy noch nicht in der wasserdichte Hülle war und ich mit dem ganzen Sand Angst hatte usw. Am Nachmittag erfüllte sich dann miomarito einen großen Fahrradwunsch und kaufte sich bei Olmo ein neues Rennrad.


Dann ging es wieder an den Strand und am Abend zurück nach Genua. Der Einfachheit halber wollte wir wieder bei Da Mario essen, mussten dann aber um 21:30 Uhr feststellen, dass die heute Ruhetag hatten, standen dann eine halbe Stunde müde und hungrig bei einer anderen Trattoria an, wo uns dann um 22 Uhr lapidar mitgeteilt wurde, dass sie jetzt doch keine neuen Gäste mehr annehmen würden  (vaffanculo!) Also machten wir uns dann noch auf die Suche nach einem schnellen Abendessen ... mussten aber erst einmal in die wirkliche Altstadt laufen, fanden dann ein unspektakuläres Restaurant, wo Tertia nicht nur begeistert ein fritto misto verspeiste, sondern gegen Mitternacht auch anfing, alle von ihrem Platz zu sehende Schriftzüge vorzulesen - und jeden Schriftzug auf dem Weg dann zurück ins Hotel. Zitat des Töchterchens: Mama, ist das nicht toll, ich hab an EINEM Tag Schwimmen und Lesen gelernt!


Am nächsten Morgen dann noch einmal schnell durch Genua, Atmosphäre tanken


Käse einkaufen und Reiseproviant


Farinata und Focaccia Genovese

Toll war es, Genua bleibt Genua und wir fühlten uns sofort wieder wie "zu Hause", die Kinder fanden es auch sehr aufregend und haben trotz der hohen Temperaturen (selbst die Einheimischen stöhnte ob der Hitze) fast immer brav mitgemacht - auch wenn es sehr anstrengend war. Vermutlich half aber auch die Aussicht auf die Badeferien am Lago.

3 commenti:

julischka ha detto...

Hach, da bekomme ich gleich wieder Sehnsucht nach Italien.
Wir sind mit einer Ausnahme immer über den St. Gotthard-Pass gefahren. Dort gab's immer eine kurze PAuse mit Hundespaziergang in Wind und Schnee.
Genua steht nach deinem Bericht jetzt auf jeden Fall auf meiner Wunsch-Urlaubsliste. Wir waren eigentlich nie wirklich weit entfernt - im Taro-Tal in einem klitzekleinen Bergdorf bei Bedonia. Aber das quirlige Leben an der Küste war für uns nach der Ruhe in den Bergen ein absoluter Kultur-Schock. Deshalb sind wir auf dem Weg nach Chiavari schnell wieder umgedreht. Mir reicht es, in eienr Großstadt zu wohnen. Da brauche ich das im Urlaub nicht. Aber sehen will ich z.B. Genua auf jeden Fall dennoch. Und ein erneuter Besuch in Rom steht auch ganz oben auf der Wunschliste.
Liebe Grüße,
Julia

Elbwiese ha detto...

Lieber Gott, bitte mach, daß der Rest dieses Familienurlaubs so entspannt war, wie diese ersten Tage hoffen lassen.
Dies schreibe ich, weil ich mir nach jedem eurer letzten Urlaube verkniffen habe, mich hier empört über das Gebaren der Kinder zu äußern, zwischen den Zeilen ein gleichermaßen unübersehbares wie unmögliches "das hätten wir uns früher nicht erlaubt". Ich hab die Klappe gehalten, ihr seid mutig gewesen und habt es wieder und wieder versucht - hoffentlich wurde es diesmal belohnt!

IO ha detto...

@Elbwiese: es war deutlich besser als die Jahre zu vor, aber ich denke, das lag eben auch daran, dass wir mehr Zeit und weniger Druck (Arbeit, Wohnung, Schule) hatten. Zurück wollte auf jeden Fall am Ende niemand ;-)